Ehrenamtliche prägen unsere Gesellschaft und bilden ihr Rückgrat. Die Stuttgarter Grünen veranstalteten einen Abend um das Stuttgarter Engagement sichtbar zu machen und in einen gemeinsamen Austausch zu treten, an dem ich als Sprecherin für bürgerschaftliches Engagement der grünen Bundestagsfraktion mit dabei war.

Neben mir waren Marie-Luise Reck (Geschäftsstellenleiterin Forum Hospitalviertel e.V.), Günther Dierstein (Ehrenamtlicher Berater der Freiwilligenagentur Stuttgart) und Florian Pitschel (Grüne Stuttgart und Kandidat für den Gemeinderat) im Austausch mit den Engagierten.

Die Diskussion des Abends machte deutlich, dass Wertschätzung und ein gutes Team Voraussetzung sind, um Lust auf ein Ehrenamt zu machen. Aber auch die finanzielle Unterstützung für Vereine und Initiativen ist elementar für eine lebendige Stadtgesellschaft. Die Bundesregierung plant dazu die Gründung einer Engagementstiftung, die jedoch schon weit hinter dem geplanten Zeitplan hinterher hinkt und droht, die kleinen Initiativen vor Ort nicht zu erreichen. Wie genau die Engagementstiftung aussehen soll, ist noch nicht sicher. Ich möchte, dass die Gelder dieser Stiftung vor Ort wirken können und kleinteilige Strukturen unterstützen. Große Initiativen bekommen bereits Aufmerksamkeit und haben es leichter finanzielle Mittel zu bekommen, wie das Modell des „House of Ressources“ des Forum der Kulturen vormacht. Wir müssen die Organisationen strukturell unterstützen, die Geld und Beratung unkompliziert und ohne große Antragsflut direkt an die Initiativen vor Ort weitergeben – und wenn es mal nur für den Beamer oder den Kaffee beim Nachmittagstreff ist.

Neben den Bedürfnissen von Engagieren veranschaulichte der Austausch, wie vielseitig das Stuttgarter Engagement ist – Bürgervereine aus verschiedenen Stadtbezirken, das frisch ausgezeichnete Stuttgarter Trauerchörle oder auch Ehrenamtliche der Weltladen-Initiative kamen zusammen.  Der Verkauf der Weltläden und alle Aufgaben drum herum werden größtenteils von Ehrenamtlichen gemacht. Der frisch eröffnete und sehr positiv aufgenommene Cannstatter Weltladen sucht auch noch weitere Interessierte, die faires Einkaufen unterstützen möchten.

Es wurde aber auch deutlich, dass Ehrenamt hauptamtliche Unterstützung braucht. Marie-Luise Reck, Geschäftsstellenleiterin vom Forum Hospitalviertel e. V. erläuterte: „Auf den Schultern von Ehrenamtlichen geht nicht alles. Durch meine hauptamtliche Stelle ist eine ständige Anlaufstelle im Quartier gesichert. Zu meinem Aufgabengebiet gehört es unter anderem Veranstaltungen und Foren zu organisieren, die es ermöglichen die Menschen im Quartier zu vernetzen und Nachbarschaften zu schaffen.“

Wie wichtig das Darstellen und sichtbar machen des ehrenamtlichen Engagements ist, unterstreicht auch Günther Dierstein: „Die Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig. Nur so werden weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter aufmerksam und erfahren von der Arbeit. Die Freiwilligenagentur berät Leute, die sich engagieren möchten, aber nicht wissen wie.“

Resümee des Abends ist es, dass der Dialog zwischen Politik, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen entscheidend ist und für alle Seiten gleichermaßen wichtig. Neben der finanziellen Unterstützung ist die entgegengebrachte Wertschätzung gegenüber ihrem Engagement, wie die Organisation einer solchen Austauschrunde, den Engagieren besonders wichtig ist. Weshalb auch der gemütliche Ausklang bei fairen Snacks vom Weltladen für ein großes Danke an alle Engagierten stand.