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Am 09. Mai besuchte mich meine Kollegin Kordula Schulz-Asche, die Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik unsere Bundestagsfraktion, im Rahmen der „Grünen Pflegewoche“ in Stuttgart. Gemeinsam machten wir uns Bild von der Pflege in meinem Wahlkreis und traten in einen Austausch mit den Betroffenen. Mit der ‚grünen Pflegewoche‘ wollen wir auf den Missstand in der Pflege hinweisen und setzen uns für die Pflege ein. Als ‚erste Hilfe‘ fordern wir 50.000 neue Pflege-Jobs. Mittel- bis langfristig ist unser Ziel, den Pflegeberuf wieder attraktiv zu machen.

Vormittags besuchten wir das Klinikum Stuttgart in Bad Cannstatt. Nach einen kurzen Rundgang auf zwei Stationen tauschten wir uns mit Frau Pfefferle, Direktorin für Klinische Prozesse und Pflege, und Frau Koch, Pflegerische Zentrumsleitung IMZ, sowie Stationsleitern und Mitarbeiter*innen verschiedener Stationen über die Situation der Pflege im Klinikum aus. Das Klinikum steht vor der Herausforderung, den Pflegeberuf für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Durch das Konzept einer einjährigen Ausbildung wird versucht, vor allem jungen Menschen mit Migrationshintergrund sowie Menschen, im mittleren Alter, die in den Pflegeberuf einsteigen wollen, ein niedrigschwelliges Angebot zu geben.

Über die Mittagszeit sprachen wir mit verschiedenen Heimleitern über die Situation in den Pflegeeinrichtungen. Abschluss bildete der Besuch in der Pflegeeinrichtung Parkheim Berg. Die älteste und größte Pflegeeinrichtung des Stuttgarter Eigenbetriebs Leben und Wohnen setzt auf ein vielfältiges Betreuungsangebot für ihre Bewohner*innen. Wie die anderen Pflegeeinrichtungen hat das Parkheim Berg mit einem immer größeren Abrechnungsapparat und der Versorgung durch Hausärzte zu kämpfen. Der Austausch mit den Pflegeeinrichtungen macht deutlich, dass mehr Fachkräfte benötigt werden. Dazu muss zum einen der Pflegeberuf, in finanzieller Hinsicht und mit Blick auf die Vereinbarkeit mit Familie, attraktiver werden. Aber zum anderen muss der Zugang zu den Pflegeberufen für Jugendliche und junge Erwachsene erleichtert werden: Durch die Ausweitung des Freiwilligen Sozialen Jahrs bietet sich die Möglichkeit den vielseitigen und interessanten Beruf in der Pflege kennenzulernen und so durch eigene Erfahrungen zu entscheiden, ob dieser Beruf persönlich passt. Hierfür setzte mich als Sprecherin für bürgerschaftliches Engagement ein. Auch in Stuttgart zeigt sich, dass die Pflegeeinrichtungen vor großen Herausforderungen stehen, seien es Fachkräftesuche, Zusammenarbeit mit Ärzten oder der bürokratischer Aufwand durch die Abrechnung mit den verschiedenen Krankenkassen. Wir müssen die Pflegeberufe stärken in dem wir nicht nur den gesellschaftlichen Wert der Pflege thematisieren, sondern die Rahmenbedingungen und Qualität verbessern. Dafür setze ich mich gemeinsam mit meiner Kollegien Schulz-Asche und der grünen Bundestagsfraktion ein.