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Bei meinem Besuch des Hegel-Gymnasiums in Stuttgart konnte ich mich gemeinsam mit Andrea Bogner-Unden MdL und Thomas Marwein MdL umfassend über den Einsatz von Visible Light Communication (VLC) als Alternative zur herkömmlichen Übertragung im WLAN per Funkstrahlung informieren. Das Gymnasium ist die europaweit erste Schule, die, in Kooperation mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Berlin, den Einsatz von VLC im Klassenzimmer testet. Herr Götz Kemner, der Abteilungsleiter für Naturwissenschaft und Digitalisierung des Hegel-Gymnasiums, stellte das Forschungsprojekt vor, das auf zwei Jahre angelegt ist und von der Stadt Stuttgart finanziert wird.

Bei der VLC-Technik werden Daten mittels Licht aus dem sichtbaren Frequenzbereich übertragen. Das Übertragungsprinzip ist dabei denkbar einfach: Mit Hilfe eines Modulators wird eine Hochleistungs-LED sehr schnell ein- und ausgeschaltet. Diese Lichtimpulse werden am Empfängergerät aufgefangen und als Nullen und Einsen in elektrische Impulse umgewandelt. Das menschliche Auge kann dabei kein Flackern des Lichts wahrnehmen. Mit der VLC-Technik sind Datenraten bis 3 Gigabit pro Sekunde möglich.

Da Licht aus dem sichtbaren Bereich als völlig ungefährlich gilt, kann VLC nahezu überall eingesetzt werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Datenübertragungstechnologien im WLAN mit Hilfe von Funkstrahlung, deren medizinische Unbedenklichkeit noch immer umstritten ist. Gerade im schulischen Bereich, wo eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern besteht, kann daher VLC eine Alternative darstellen. So birgt diese Technologie viele Potentiale für sichere und strahlungsarme Vernetzung.

Toll, dass neue Innovationen vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Stuttgart getestet werden. Spannend ist dies nicht zuletzt auch für die Schülerinnen und Schüler, denen so die Möglichkeit gegeben wird Wissenschaft und Innovationsforschung live im eigenen Klassenzimmer zu erleben und Teil dieses Entwicklungsprozesses sein zu können.